Letzte Woche haben wir einige der bedeutendsten Schmuckströmungen des 20. Jahrhunderts beleuchtet – diese Woche stehen die faszinierenden Schmuckstücke und Modetrends der coolen 70er-, 80er- und 90er-Jahre im Mittelpunkt.
Zur Feier von Second-Hand September – einer Bewegung, die im vergangenen Jahr von der Wohltätigkeitsorganisation Oxfam ins Leben gerufen wurde und auch dieses Jahr fortgeführt wird – widmen wir diesen Blogbeitrag ganz diesem Thema. Der Kauf von Second-Hand- und Vintage-Mode ist von unschätzbarem Wert im Kampf gegen den Klimawandel, und die 70er-, 80er- und 90er-Jahre brachten eine Fülle an atemberaubender, wegweisender Mode und dazu passenden Accessoires hervor.
Allein im Vereinigten Königreich entspricht das jährliche Gewicht der Kleidung, die auf Deponien landet, dem des Empire State Buildings in New York! Bereits der bewusste Kauf von Second-Hand-Stücken und ein nachhaltiges, achtsames Einkaufsverhalten können dazu beitragen, dies zu verringern.
Werden Sie das Second Hand September-Versprechen ablegen?
Quelle – Oxfam
Jedes Jahrzehnt brachte neue, aufregende Impulse in Mode, Musik und Kunst. Von den Disco-Tanzflächen der 1970er und 80er bis hin zum Siegeszug der Streetwear in den 90ern – Mode und Vintage-Schmuck dienten stets als Ausdruck von Identität und Kreativität.
Obwohl feiner Schmuck weiterhin von Wohlhabenden und Berühmtheiten begehrt, gefertigt und erworben wurde, war der Großteil des Schmucks industriell gefertigt und für jedes Budget zugänglich – so konnten Menschen aus allen Lebensbereichen Schmuck besitzen und tragen. Zudem sorgte das Aufkommen des Farbfernsehens in den 1970ern und die gestreamten Modenschauen der 90er dafür, dass sowohl Geschäfte als auch Privatpersonen die Looks von Designern und Stars mühelos nachahmen konnten.
Trotz aller modischen Innovationen gab es zahlreiche Klassiker wie Goldcreolen und Goldketten, die über Jahrzehnte hinweg zeitlos blieben. Auch heute sind diese Stücke wahre Klassiker und ein unverzichtbares Element jeder Garderobe.
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Von psychedelischen Mustern über Puka-Muscheln bis hin zu Stimmungsringen – Schmuck und Mode der 1970er Jahre
Die 1970er Jahre gelten weltweit als eine entscheidende Zeit des Wandels. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Krieg und dem Erstarken progressiver Werte durch die Bürgerrechtsbewegung und die zweite Welle des Feminismus wird dieses Jahrzehnt oft als Epoche der freien Liebe und Selbstentfaltung verklärt. In Amerika wurde diese Zeit als das „Ich“-Jahrzehnt bezeichnet – im heutigen Sinne: Zeit, sich selbst etwas zu gönnen!
Vor dem Hintergrund der Gegenkulturbewegung der 1960er Jahre setzte sich in den 1970ern der gesellschaftliche Wandel fort. Im untenstehenden Vogue-Artikel fasst der Begriff „Neue Freiheit“ dieses Lebensgefühl von Selbstverwirklichung und der Abkehr von alten, konservativen Werten treffend zusammen.
Von den Rolling Stones über Elvis Presley, Frank Sinatra, Bob Dylan bis hin zu den Beatles – die Musikszene der 1970er Jahre war vielfältig und legendär und prägte eine Rock’n’Roll-Kultur, die unweigerlich auch in die Schmuckwelt Einzug hielt. Leuchtender, farbenfroher und funkelnder Goldschmuck harmonierte perfekt mit der Mode der 1970er: bunte Anzüge, Schlaghosen, lässige Hemden und auffällige psychedelische Muster. Mit dem Aufstieg der Disco-Musik Mitte der 1970er – mit ABBA, den Bee Gees und den Village People – wurde dieser Trend noch verstärkt. Auch die Art-Rock-Musik, vertreten durch Bands wie Queen und Pink Floyd, prägte diese Ära.
Außerdem war das Jahrzehnt der 1970er das erste Mal, dass Farbfernsehen im Westen verfügbar war, wodurch die Menschen Farben auf der Leinwand unmittelbar erleben und visualisieren konnten. Dies war ein Meilenstein für die Modewelt, denn nun ließ sich die Garderobe der Lieblingsstars – von der Farbauswahl bis zu Mustern und Stoffen – mühelos nachahmen.
Dadurch wurden Outfits und Trends maßgeblich von populären Musikgruppen und Prominenten beeinflusst. Besonders indische Muster wie Paisley waren en vogue, ebenso wie legere Kleidung, die den entspannten Lebensstil der Hippie- und Free-Love-Ära widerspiegelte. Von weit ausgestellten Schlaghosen über Miniröcke bis hin zu Plateaustiefeln – diese markanten Looks haben sich tief in das kulturelle Bewusstsein eingeprägt.
Die Hippie-Bewegung der freien Liebe brachte auch im Schmuckbereich einen Trend zu natürlichen und organischen Materialien wie Puka-Muscheln, Kokosnuss, Bernstein und Holz hervor. Besonders beliebt waren Puka-Muschelketten, da die natürlichen Rillen und Konturen der Muschel jedem Outfit sofort eine markante Note verliehen.
Ein unvergesslicher Trend des Modeschmucks, der in den 1970er Jahren äußerst beliebt war, waren Stimmungsringe – eine Ringart, die auch heute noch leicht und günstig zu finden ist. Stimmungsringe enthielten Flüssigkristalle mit thermochromatischen Eigenschaften, die je nach Körpertemperatur ihre Farbe wechselten. Dieser Farbwechsel wurde als Ausdruck der jeweiligen „Stimmung“ interpretiert – von Wut über Lust bis hin zu Eifersucht. Das Bewusstsein für die eigenen Emotionen passte auch zum Geist der freien Liebe der Hippie-Bewegung und stellte einen Bruch mit der stoischen Zurückhaltung früherer Generationen dar.
Interessanterweise wurden Geburtssteine erst in den 1970er Jahren wirklich populär! Dies geschah parallel zum Aufschwung und Niedergang der New-Wave-Kristallheilung, bei der Schmuck sowohl wegen seiner talismanischen Eigenschaften als auch seiner Schönheit gekauft wurde. Obwohl die erste Geburtsstein-Tabelle bereits 1912 veröffentlicht wurde und ihre Ursprünge in der Bibel und im antiken Tierkreis hat, wurde sie erst in den 1970er Jahren zu dem kulturellen Phänomen, das wir heute kennen. Unseren vollständigen Lillicoco University Geburtsstein-Guide finden Sie hier.
Zwei Schmuckstile der 1970er Jahre, die bis heute beliebt sind, sind Choker und große Creolen. Choker feierten auch in den 1990er Jahren ein Comeback, auf das wir später noch eingehen werden. Riesige Creolen waren auf der Tanzfläche ein absolutes Muss – sie schwangen im Takt der Musik an den Ohrläppchen, und je größer der Reifen, desto besser! Es gab sogar Modelle, die bis zu den Schultern reichten.
Natürlich gab es in den 1970er Jahren einen Überfluss an langem Goldschmuck – darunter lange, goldene Perlenketten, Quasten, massive Ketten und Gürtel aus Goldgliedern. Der Stil war schwungvoll und wurde durch farbige Plastikelemente ergänzt – denn in dieser Zeit galt: Plastik ist fantastisch!
Von Mobiltelefonen bis hin zu auffälligem, vergoldetem Modeschmuck: Schmucktrends und Technologien der 1980er Jahre
Die 1980er Jahre waren auch eine entscheidende Zeit des gesellschaftlichen Wandels, geprägt von enormen Fortschritten in der Technologie und einem Aufschwung der Fertigungsindustrien in Thailand, Mexiko, Südkorea und China. Zugleich wuchs das Umweltbewusstsein, als die Auswirkungen der globalen Erwärmung in wissenschaftlichen Kreisen bekannt wurden. Die 1980er Jahre waren zudem eine Epoche starken weltweiten Bevölkerungswachstums, die wir heute als die Ära der „Babyboomer“ kennen.
Technologisch gab es einen enormen Aufschwung bei Video- und Arcade-Spielen sowie die ersten Entwicklungen des Personal Computers. Dies mündete in die Anfänge einer Internetkultur und machte Computer erstmals zum Freizeitvergnügen. Walkmans und Boomboxes wurden populär, sodass Musik überallhin mitgenommen werden konnte, und das erste kommerziell erhältliche Mobiltelefon kam auf den Markt.
Musikalisch war die Trauer um John Lennon, der 1980 ermordet wurde, allgegenwärtig. Doch es herrschte keineswegs nur Trübsal: Nach der Erfindung des Farbfernsehens in den 1970ern erlebten die 1980er einen kometenhaften Aufstieg farbenfroher, lebendiger Musikvideos, die zu einem kulturellen Phänomen wurden. Verantwortlich dafür war MTV, einer der weltweit bekanntesten Musiksender, der in den USA startete.
Der Aufstieg von Pop-Ikonen wie Michael Jackson, Madonna, Prince und Whitney Houston prägte die Musikindustrie nachhaltig. Gleichzeitig erlebten Glam Rock und Hard Rock – etwa durch Metallica, KISS, Ozzy Osbourne und Aerosmith – einen Boom, und mit dem Aufkommen elektronischer Tanzmusik in Detroit entstand eine ausgeprägte Clubkultur.
Auch im Film prägten die 1980er-Jahre eine neue Ära der Teenager-Komödien sowie James-Bond-Filme, die einen Lebensstil voller Freiheit und Eleganz verkauften. All diese kulturellen Strömungen beeinflussten die Mode der 1980er maßgeblich – wie schon im Jahrzehnt zuvor strebten die Menschen nach Glamour, wollten das Leben in vollen Zügen genießen und den modischen Vorbildern ihrer Lieblingsstars nacheifern.
Die Mode der 1980er-Jahre setzte die Stile der 1970er fort: Großzügige, überdimensionierte Schnitte und locker fallende Kleidung dominierten das Bild. Zu den prägenden Mode- und Beauty-Trends zählten mehrfarbig gefärbtes Haar, Neonkleidung, riesige Schulterpolster und Ärmel (wie könnte man sie vergessen!), Leder-Fliegerjacken, Röhrenjeans, acid-washed Denim, Ray-Ban-Aviator-Sonnenbrillen, preppy Poloshirts, Bralettes und Jelly Shoes.
Im Bereich Schmuck war die Nachfrage nach Kreuzketten enorm. Dies war vor allem Madonnas Musikvideo „Like a Virgin“ zu verdanken, das weltweit junge Frauen inspirierte und zugleich Ausdruck weiblicher sexueller Selbstbestimmung war.
Die Mode der 1980er-Jahre legte großen Wert auf teure Designerlabels – sowohl bei Kleidung als auch bei Accessoires. Wie schon in den 1970ern war glänzender Modeschmuck allgegenwärtig und bildete die perfekte Ergänzung zu den erwähnten Schulterpolstern und voluminösen Frisuren, die einen eindrucksvollen, extravaganten Auftritt garantierten. Imitiertes Gold war das unverzichtbare Must-have in jeder Schmuckschatulle – ob als Ketten, Creolen, Gürtel oder Ringe. Kleidung war übersät mit Pailletten, Diamanten und glänzenden, kunststoffbasierten Stoffen, was zu dem auffälligen, schillernden Schmuckstil der 1980er führte.
Alternativ dazu setzte sich auch ein Trend zum minimalistischen Stil durch, als Gegenbewegung zur provokanten Neon-Ästhetik. Kunstpelzmäntel, Samtblazer und Trenchcoats waren bei Damen und Herren gleichermaßen beliebt, ebenso wie hoch taillierte, weite Hosen und gerade geschnittene Anzüge. Zudem traten immer mehr Frauen ins Berufsleben ein, was den ultimativen Power-Dressing-Look hervorbrachte: farblich abgestimmte Anzüge und betont maskuline Schnitte.
In den 1980er Jahren wurden die Miniröcke junger Frauen noch kürzer und wurden mit schmalen Absätzen und schmalen, mehrfarbigen Gürteln kombiniert.
Wie schon in den 1970er Jahren galt Kunststoff weiterhin als faszinierend, weshalb es eine große Begeisterung für Schmuck aus Plastik gab. Zudem hielt Unisex-Schmuck wie Ohrringe und Jelly-Armbänder Einzug. Da Power Dressing und das Zurschaustellen von Wohlstand und Status von größter Bedeutung waren, blieb Designerschmuck äußerst gefragt – insbesondere Diamanten und Perlen, die den Reichtum einer Frau unterstrichen. Perlen wurden von Prinzessin Diana, einer der bedeutendsten Stil- und Schmuckikonen ihrer Zeit, häufig getragen.
Auch die Sneaker-Kultur war in den 1980er Jahren äußerst präsent und setzte sich in den 1990er Jahren fort. Nike und Adidas wurden zu festen Größen, und Streetwear sowie Sneaker-Kultur waren eng mit der Rap- und Hip-Hop-Szene verbunden, insbesondere durch afroamerikanische und britisch-schwarze Künstler. Eine Schlüsselfigur der 1980er Jahre war Dapper Dan, ein Designer aus Harlem, der traditionelle Luxusmarken neu interpretierte und sie für Gruppen zugänglich machte, die sonst nicht mit ihnen in Verbindung gebracht wurden. Dazu gehörte das Dekonstruieren von Louis Vuitton, Ralph Lauren und Tommy Hilfiger. So wurden auch luxuriöse Schmuckstile nachgeahmt.
Auf der anderen Seite erlebte auch die preppy Mode einen Aufschwung, inspiriert von der Ivy-League-Mode der 1950er Jahre. Dieser klassische und konservative Kleidungsstil drehte sich um typisch amerikanische Marken wie Ralph Lauren und Lacoste. Dazu gehörten das klassische Oxford-Hemd, übergroße Cricket-Pullover und Argyle-Strick. In der britischen Mode wurde dieser Stil durch Perlenkragenketten, Burberry-Mäntel, gepolsterte Haarreifen und Tweed-Kleidung aufgegriffen, bekannt als Sloane Rangers, und war eng mit der wohlhabenden britischen Oberschicht verbunden.
Von Klonen bis zu Schmuck und Mode der 1990er – der Siegeszug von Y2K und Grunge
Die 90er Jahre zählen im Westen zu den unvergesslichsten Modejahrzehnten und stehen für Multikulturalität sowie rasanten technologischen Fortschritt. Zu den bedeutenden wissenschaftlichen Errungenschaften dieser Zeit gehören das erste geklonte Säugetier, Dolly das Schaf, die Eröffnung des Eurostar zwischen Frankreich und England sowie die Entwicklung des World Wide Web. Mit dem Aufstieg des Internets verbreiteten sich Modetrends, Fotografien und Ideen rasant, wodurch sich die Mode zunehmend vereinheitlichte.
Kulturell erlebten die 1990er den Aufstieg von Rave, Hip-Hop, Grunge und verschiedenen Gegenkulturen. In romantischen Komödien der späten 90er wie Clueless entstand das Stereotyp des „Valley Girl“ – einer Frau, die für ihren übermäßigen Modekonsum, einen luxuriösen Lebensstil und eine gewisse Naivität bekannt war. Dieses Bild setzte sich bis in die frühen 2000er fort, als die Medienwelt von Paris Hilton und anderen Erbinnen fasziniert war. Das Valley-Girl-Stereotyp brachte funkelnden Strass- und Swarovski-Kristall-Schmuck in Mode. Kitschige, verzierte Schmetterlingsspangen, Haarclips, Diademe und Choker wurden zu begehrten Accessoires für alle, die dazugehören wollten.
Musikalisch waren die 90er ebenso prägend wie die 70er und 80er Jahre, mit Strömungen wie Britpop, Teen Pop, Gangsta Rap, Contemporary R&B und elektronischer Tanzmusik. Zu den bekanntesten Musikikonen der 90er zählten die Spice Girls, die als Inbegriff der Girlband-Ära galten. Sie prägten ein neues, inspirierendes Gefühl von „Girl Power“ unter jungen Frauen und gaben ihnen das Selbstbewusstsein, sich modisch frei auszudrücken. Im Fernsehen waren Sitcoms allgegenwärtig – es wurde zur Gewohnheit, die Abende gemeinsam mit der Familie vor dem Fernseher zu verbringen. Zu den herausragenden Serien dieser Zeit zählen Friends, SATC, Der Prinz von Bel-Air, Die wilden Siebziger und Frasier.
In den 1990er Jahren wurde die Modewelt von der Supermodel-Kultur beherrscht. Dies verlieh der Mode nicht nur einen größeren Einfluss, sondern förderte zugleich ein schädliches, idealisiertes Körperbild extremer Schlankheit. Besonders prägend waren die sogenannten „Big Six“: Naomi Campbell, Cindy Crawford, Christy Turlington, Linda Evangelista, Tatjana Patiz und Kate Moss. Mit dem Aufkommen der Boulevardpresse und der Entwicklung der Editorial-Fotografie waren diese Models allgegenwärtig in Magazinen zu sehen, gekleidet in Kreationen berühmter Designer. Plötzlich wurde es für junge Frauen und Männer unerlässlich, die neuesten Modetrends zu tragen – viele davon inspiriert von den Outfits dieser Models.
Vor diesem Hintergrund wurde die Mode der 90er-Jahre eleganter und individueller. Der Grunge-Look führte zur Wiederentdeckung von Chokern, Doc Martens, massivem Silberschmuck, Kreuzanhängern, Netzstrumpfhosen und karierten Hemden.
Gleichzeitig gab es eine bewusste Abkehr von traditionellen Moderegeln hin zu lässigen, entspannten Looks. Viele entschieden sich für ausgewaschene, übergroße Jeans, hoch geschnittene, weite Hosen, Cargoshorts, Baseballkappen, übergroße Sweatshirts und locker sitzende T-Shirts – als Gegenentwurf zu den figurbetonten, taillierten Silhouetten der 1980er. Beim Schmuck bevorzugte man schlichte, lockere Ketten wie Schlangenkettchen und Panzerketten sowie dezente, zurückhaltende Designs.
Ein Stil, der untrennbar mit den 1990er-Jahren verbunden ist, ist Y2K. Diese Mode zeichnete sich durch eng anliegende, kürzere, metallische und futuristische Designs aus, inspiriert von der Vorfreude auf das neue Jahrtausend. Dies entsprach dem bereits erwähnten „Valley Girl“-Stereotyp.
Wie schon in den 1980er-Jahren gab es eine Vorliebe für Neonfarben und markante geometrische Muster. Typische Designs waren Zickzacklinien, Blitze, Rauten, Rhomben, Rechtecke und Quadrate. Diese Muster dominierten die Sportmode, die sowohl im Alltag als auch beim Training getragen wurde. Durch den Boom der Athleisure-Mode bevorzugte man beim Schmuck Halbedelmetalle – oder verzichtete ganz auf Schmuck!
Gleichzeitig waren die 90er-Jahre auch eine Hochphase des Minimalismus, mit übergroßen, eleganten Mänteln, schmalen Slipdresses und zarten Slingback-Pumps.
Trotz des Trends zu Grunge und legerer Kleidung blieb in den 1990er-Jahren auch ein Hauch von Glamour erhalten. Glänzende Stoffe wie Satin, Pailletten, Mikrofaser, Vinyl und Seide erfreuten sich bei Frauen großer Beliebtheit, insbesondere als Clubwear. Dazu passten perfekt elegante Abendaccessoires wie Fransencolliers, Diamantkragen, Haarspangen und Tennisarmbänder.
Wie schon in früheren Epochen wurde Schmuck auch in den 90er-Jahren stark von Subkulturen beeinflusst. Mit dem Aufstieg von Gangsta-Rap und R&B wuchs die Nachfrage nach glanzvollen, übergroßen Schmuckstücken – von massiven Ketten bis hin zu „iced out“ (reich mit Strass besetzten) Medaillons. Besonders beliebt waren erneut große Creolen, die eine enge Verbindung zur R&B-Musik fanden. Ein weiteres charakteristisches Schmuckstück der 90er und der R&B-Szene war Namensplattenschmuck, der zu einem festen Bestandteil der Schwarzen Kultur wurde.
Im Allgemeinen war Schmuck der 90er-Jahre preiswert und lebensfroh, meist gefertigt aus leicht verfügbaren Materialien und geprägt von auffälligen, mutigen Designs. Dieser Stil spiegelte sich sowohl im Luxussegment als auch in der Mode für die breite Masse wider, wobei Designer wie Versace und Chanel die Schmucktrends der 1990er-Jahre maßgeblich prägten.