Saphire und Rubine sind seit jeher Symbole von Macht und Noblesse. Ihre intensiven Farben machen sie zu begehrten Schätzen unter den vier bedeutendsten Edelsteinen – gemeinsam mit Diamanten und Smaragden.
Dieser Leitfaden zu Saphiren und Rubinen vermittelt Ihnen Wissen über ihre Gemeinsamkeiten, ihre charakteristischen Unterschiede, ihre Bedeutung im Lauf der Geschichte und in verschiedenen Kulturen sowie wichtige Aspekte beim Kauf und der Pflege von Saphir- und Rubin-Schmuck.
Was Saphir und Rubin ausmacht
Saphire und Rubine gehören tatsächlich zur selben Mineralart – Korund. In seiner reinsten Form ist Korund farblos; erst durch das Vorhandensein von Spurenelementen erhält das Mineral seine Farbe.

Spuren von Eisen und Titan verwandeln Korund in den Edelstein, den wir als Saphir kennen. Je nach Gehalt dieser Elemente kann Saphir in einer Vielzahl von Farben erscheinen – am bekanntesten ist jedoch das charakteristische Blau.
In der Edelsteinbranche spricht man von „Fancy Saphiren“ – Saphiren in Violett, Grün, Orange, Pink, Grau, Schwarz, Braun und allen Zwischentönen.
„Parti-colour“-Saphire können mehrere Farben gleichzeitig aufweisen. Es gibt sogar farbwechselnde Saphire, die im Sonnen- und Kunstlicht blau erscheinen, unter Glühlampenlicht jedoch violett schimmern.

Eine seltene und besonders wertvolle Saphirvarietät ist der Padparadscha-Saphir, der durch seine zart pink-orange Färbung besticht.
Das Vorhandensein von Chrom im Korund verleiht dem Mineral seine rote Farbe und macht daraus einen Rubin. Je mehr Chrom enthalten ist, desto intensiver erscheint das Rot des Rubins. Rubine können verschiedene Rottöne aufweisen – von rosé über orange bis hin zu violett. In Marmor gebildete Rubine können unter UV-Licht leuchten.
Rubine zählen zu den wertvollsten Farbedelsteinen; ihr Preis pro Karat übertrifft häufig den von Saphiren und Smaragden.
Sowohl Saphire als auch Rubine besitzen eine Mohshärte von 9. Ihre Härte wird nur vom Diamanten übertroffen, der mit 10 von 10 Punkten auf der Mohsskala bewertet wird. Dadurch sind beide Edelsteine äußerst widerstandsfähig gegen Kratzer.
Natürliche Saphire und Rubine weisen Einschlüsse auf – feine Risse, die im Inneren der Steine sichtbar sind. Erscheinen diese Einschlüsse in Form von drei- oder sechsstrahligen Sternen, spricht man von „Asterismus“. Saphire und Rubine mit diesem besonderen Merkmal werden als „Sternsaphire“ bzw. „Sternrubine“ bezeichnet und sind in dieser seltenen Ausprägung besonders begehrt.
Wo Saphire und Rubine abgebaut werden
Sri Lanka war in der Antike eine bedeutende Quelle für Saphire, und auch heute werden dort noch Saphire abgebaut. Die Region Kaschmir in Indien war einst berühmt für ihre Saphire, insbesondere für den sogenannten Kaschmir-Saphir mit seinem intensiven purpurblauen Farbton und seidigen Einschlüssen; heute ist die Förderung dort jedoch stark zurückgegangen. Weitere wichtige Fundorte sind heute Thailand, Kambodscha, Myanmar, Australien und Montana in den USA.

Myanmar gilt als die weltweit bedeutendste Quelle für Rubine, insbesondere die Regionen Mogok und Möng Hsu, die für ihre exquisit gefärbten Steine berühmt sind. Die thailändische Provinz Chanthaburi ist ein weiteres wichtiges Zentrum des Rubinhandels und liefert Rubine von außergewöhnlicher Klarheit. Seit dem Jahr 2000 ist Madagaskar ein bedeutender Anbieter von Rubinen. Auch in Kenia, Vietnam und Afghanistan – neben weiteren Ländern – werden Rubine abgebaut.
Die Geschichte und Bedeutung von Saphiren und Rubinen
„Saphir“ leitet sich vom altgriechischen Wort „sappheiros“ ab, das vermutlich für Lapislazuli verwendet wurde – einen blauen, halbedelsteinartigen Stein, der nicht mit dem echten Saphir zu verwechseln ist.
Saphire galten in früheren Zeiten als Symbol für Harmonie zwischen Menschen. Der Adel war überzeugt, dass sie vor Neid und Untreue schützten. Dieser Glaube erstreckte sich sowohl auf romantische als auch auf gegensätzliche Beziehungen und sollte Frieden zwischen zwei Parteien stiften.
Auch Saphiren wurde Göttlichkeit zugeschrieben. Geistliche trugen sie an ihren Gewändern, während Ratsuchende bei Orakeln glaubten, Saphire würden das Deuten von Prophezeiungen erleichtern. Die Zehn Gebote sollen angeblich aus Saphir gefertigt worden sein. Frühe Christen kannten Sternsaphire als Schicksalssteine und nutzten sie als Talismane zum Schutz vor Krankheit und jeglicher Art von Unheil.

Das wohl bekannteste Saphir-Schmuckstück der Neuzeit ist Prinzessin Dianas Verlobungsring mit einem 18-karätigen Saphir, den sie von Prinz Charles erhielt und den ihr Sohn Prinz William später Kate Middleton zur Verlobung schenkte.
Der Saphir ist der Geburtsstein des Monats September.
Der Name Rubin leitet sich vom lateinischen Wort „ruber“ ab, was so viel wie Rot bedeutet.
Wie Saphire haben auch Rubine eine lange Geschichte voller Könige, Königinnen und Heiligkeit. In vergangenen Gesellschaften glaubte man, dass der Besitz von Rubinen zu noch größerem Reichtum führen würde – in Form weiterer Edelsteine.
Rubin heißt auf Sanskrit „ratnaraj“ und bedeutet „König der Edelsteine“. Im Hinduismus galten sie als wertvolle Opfergaben für die Götter. Wer Rubine Krishna darbrachte, dem war die Wiedergeburt als Kaiser gewiss.
Burmesische Krieger setzten sich Rubine unter die Haut, in dem Glauben, diese Steine würden ihnen Unbesiegbarkeit im Kampf verleihen. Sie sahen eine Verbindung zwischen der Farbe des Rubins und der lebensspendenden Kraft des Blutes.

Heute gilt der Rubin als Symbol für Leidenschaft und Erfolg. Die Rubin-Schmuckstücke von Elizabeth Taylor haben wohl die größte Aufmerksamkeit in der Popkultur erlangt – ihre ikonische Rubin- und Diamantkette erzielte 2011 bei einer Auktion von Christie’s £87.749.510.
Der Rubin ist der Geburtsstein des Monats Juli.
Allgemeine Hinweise zum Kauf und zur Pflege von Saphir- und Rubin-Schmuck

Das wichtigste Kriterium zur Bewertung farbiger Edelsteine ist – wenig überraschend – ihre Farbe. Saphire und Rubine bilden hier keine Ausnahme. Farbton, Ton und Sättigung sind die Unterkategorien, die den Wert bestimmen.
Je näher der Saphir im Farbton an reines Blau (Kornblumenblau) und der Rubin an reines Rot (Taubenblutrot) heranreicht, desto wertvoller ist er. Der Ton beschreibt die Helligkeit oder Dunkelheit der Farbe; ein mittlerer bis dunkler Ton wird bei beiden Steinen bevorzugt. Tief gesättigte Farben machen Rubine und Saphire ebenfalls besonders begehrt.
Da Einschlüsse bei Saphiren und Rubinen natürlich sind, werden sie häufig einer Hitzebehandlung unterzogen, um diese Merkmale zu mildern. Die Reinheit wird bei der Preisgestaltung berücksichtigt, und zur Beurteilung genügt das bloße Auge. Seriöse Anbieter sollten jedoch offenlegen, ob ihr Saphir- und Rubin-Schmuck einer solchen Behandlung unterzogen wurde.
Der Schliff eines Rubins oder Saphirs ist vor allem Geschmackssache. Entscheidend ist, dass er das Licht so reflektiert, dass die natürliche Schönheit des Steins zur Geltung kommt. Ein Brillantschliff auf der Krone und ein Stufenschliff auf dem Pavillon sind gängige Schliffarten für Rubine und Saphire.
Wie bei allen Edelsteinen gilt: Je höher das Karat, desto kostspieliger der Rubin oder Saphir. Beide sind schwerer als Diamanten und wirken daher bei gleichem Karatgewicht kleiner. Große Rubine sind in der Regel teurer als gleichwertige große Saphire.
Die Härte von Saphiren und Rubinen macht sie besonders pflegeleicht. Ultraschallreiniger für Schmuck sind geeignet, doch empfiehlt sich die schonende Reinigung von Hand mit mildem Seifenwasser. Da sie weichere Edelsteine verkratzen können, sollten Sie Rubin- und Saphirschmuck stets separat aufbewahren.
Wenn Sie mehr über die „Big Four“ der Edelsteine erfahren möchten, entdecken Sie unsere Ratgeber zu Diamanten und Smaragden.