Der September läutet den Beginn des Herbstes ein – und damit ist der Saphir unser Geburtsstein dieses Monats. Als einer der vier kostbaren Edelsteine (neben dem Diamanten, Rubin und Smaragd) ist der Saphir einzigartig in seiner Verbindung zum Göttlichen und seiner faszinierenden Vielfalt an Farbschattierungen. 

Diesen Monat widmen wir uns dem Aufbau eines Saphirs, seinen symbolischen Kräften und den Merkmalen exquisiten Saphirschmucks.

Was einen Saphir ausmacht

Saphir ist die edelsteinfähige Varietät des Minerals Korund. Reiner Korund besteht ausschließlich aus Aluminium und Sauerstoff. Natürlich vorkommender Korund erscheint „farblos“. Doch Korund ist selten frei von anderen Spurenelementen. Im Fall des Saphirs sorgen Eisen und Titan für die charakteristische blaue Farbe. 

Korundkristall mit Saphir

Korundkristall mit Saphir (Quelle: Wikimedia Commons)

Korund in anderen Farben wird ebenfalls als Saphir bezeichnet, mit der einzigen Ausnahme von rotem Korund, der als Rubin klassifiziert wird. Das Wort „Saphir“ allein bezieht sich im Allgemeinen auf die blaue Variante des Edelsteins. 

Bei anderen Varianten wird die Farbe vor „Saphir“ genannt, etwa „Grüner Saphir“ oder „Oranger Saphir“. Solche Saphire werden auch als Fancy Saphire bezeichnet.

Saphir und Fancy Saphire

Saphir und Fancy Saphire (Quelle: LiveAuctioneers)

Es gibt auch Saphire, die mehrere Farben in sich vereinen. Diese werden als parti-farbene Saphire bezeichnet und sind typischerweise gelb und grün oder gelb und blau.

Parti-farbener gelb-blauer Saphir

Parti-farbener gelb-blauer Saphir (Quelle:Eragem)

Saphire mit einem hellen bis mittleren orange-rosafarbenen Ton werden als Padparadscha bezeichnet. Der Name stammt aus dem Sanskrit-Ausdruck padma ranga, was „Lotusfarbe“ bedeutet.

Padparadscha-Saphir-Ring

Padparadscha-Saphir-Ring (Quelle:Eragem)

Auch Einschlüsse können in Saphiren vorkommen. Solche Einschlüsse können das Licht so reflektieren, dass ein samtiges Erscheinungsbild entsteht. Diese Einschlüsse werden als „Seide“ bezeichnet. Der Sternsaphir beispielsweise ist eine Varietät des Edelsteins, bei der die Einschlüsse in einem sechstrahligen Muster angeordnet sind. 

 

Sternsaphir

Sternsaphir (Quelle: The Jewellery Editor)

Farbwechsel-Saphire hingegen erscheinen im Tageslicht in einem Farbton und zeigen sich bei künstlicher Beleuchtung in einem anderen.

Farbwechsel-Saphir unter verschiedenen Lichtverhältnissen

Farbwechsel-Saphir unter verschiedenen Lichtverhältnissen (Quelle: Diamanten und Edelsteine)

Saphire stehen auf der Mohs-Skala an zweiter Stelle nach Diamanten. Mit einer Härte von 9 sind sie äußerst widerstandsfähig und daher hervorragend als Schmuckstein geeignet.

Wo Saphire abgebaut werden

Kashmir gilt als Ursprung der begehrtesten Saphire der Welt. Saphire mit kräftigem Blau werden daher als Kashmir-Saphire bezeichnet, selbst wenn sie nicht aus dieser Region stammen. Die Saphire aus dieser indischen Provinz besitzen zudem einen samtigen Glanz, der auf ihre Einschlüsse zurückzuführen ist. 

Kashmir-Saphir

Kashmir-Saphir (Quelle: JewelleryNet)

Eine weitere verlässliche Quelle für hochwertige Saphire ist Myanmar. Die dortigen Saphire zeichnen sich durch einen violetten Schimmer, mittlere bis mitteldunkle Töne und eine intensive Leuchtkraft aus. 

Seit jeher werden in den Minen Sri Lankas graublaue und violettblaue Saphire gefördert. Diese kleine südasiatische Insel liefert bis heute Saphire von erlesener Qualität.

Saphir aus Sri Lanka

Saphir aus Sri Lanka (Quelle: Gemological Institute of America)

Thailand zählt ebenfalls zu den wichtigsten Saphirproduzenten. Die meisten dort geförderten Saphire besitzen das begehrte Blau, neigen jedoch auch zu Farbwechseln und zeigen unter bestimmten Lichtverhältnissen ein grünes Leuchten. 

Australien ist berühmt für seine parti-farbigen Saphire, die in Grün und Gelb sowie in Blau und Gelb schimmern.

Im US-Bundesstaat Montana gibt es bedeutende Saphirvorkommen, die Edelsteine in sämtlichen Farbvarianten hervorbringen. 

Die Geschichte und Bedeutung der Saphire

Bereits 800 v. Chr. galten Saphire als begehrte Schätze. Die antiken Griechen, Römer und Perser glaubten an die göttliche Kraft der Saphire. Besonders die persische Königsfamilie war überzeugt, dass der Himmel seine blaue Farbe dem Widerschein der Saphire verdankt. Die Zehn Gebote sollen der Überlieferung nach auf Tafeln aus reinem Saphir eingraviert worden sein. 

Das Wort „Saphir“ stammt vom lateinischen „sapphirus“, dem griechischen „sappheiros“ und dem hebräischen „sappir“ – allesamt Begriffe, die sinngemäß „blau“ bedeuten. Die antiken Griechen verwendeten die Bezeichnung „sappheiros“ tatsächlich für Lapislazuli, einen weiteren Edelstein, der für sein leuchtendes Blau bekannt ist.

Das Hall Saphir- und Diamantcollier, derzeit ausgestellt im National Museum of Natural History

Das Hall Saphir- und Diamantcollier, derzeit ausgestellt im National Museum of Natural History (Quelle: Pinterest)

Das Sanskrit-Wort „Shanipriya“ wird ebenfalls als Ursprung des Begriffs „Saphir“ diskutiert. Shanipriya bedeutet „Saturn lieb“, was die Mythologie des Edelsteins mit dem Himmelskörper verbindet. Anhänger des traditionellen Hinduismus tragen Saphirschmuck, um die Gunst des Planeten Saturn zu erlangen.

Während des Mittelalters trugen Mitglieder des Klerus der katholischen Kirche Saphire an ihren Gewändern, um ihre Verbindung zum Himmel zu symbolisieren. Andere Kulturen jener Zeit glaubten, Saphire erleichterten die Kommunikation mit wohlwollenden Geistern, Engeln und Orakeln. Umgekehrt galten Saphire, wenn sie getragen wurden, als Talismane, die vor Hexerei und Zauberei schützen. 

Saphire werden auch mit der Bereicherung von Beziehungen in Verbindung gebracht, insbesondere romantischer Art. Dies zeigte sich in unserer Zeit auf eindrucksvolle Weise mit dem 12-karätigen ovalen blauen Saphir-Verlobungsring, den Prinz Charles der verstorbenen Prinzessin Diana schenkte. Nach der Verlobung mit Prinz William gehört der Ring nun Catherine, Herzogin von Cambridge. 

Saphir-Verlobungsring getragen von Prinzessin Diana und Catherine, Herzogin von Cambridge

Saphir-Verlobungsring getragen von Prinzessin Diana und Catherine, Herzogin von Cambridge (Quelle: Gemme Couture)

Saphirschmuck kaufen

Edelsteine werden hauptsächlich nach vier Kriterien beurteilt: Farbe, Reinheit, Schliff und Karat.

Farbe

Wie bei den beiden anderen farbigen Edelsteinen, dem Smaragd und dem Rubin, wird auch der Saphir vor allem nach seiner Farbe bewertet. Seidig blaue und violettblaue Töne erzielen die höchsten Preise. Entscheidend ist eine tiefe Farbsättigung, denn eine lebendige Farbe ist auch bei allen anderen Saphirnuancen ein Qualitätsmerkmal. Die Sättigung darf jedoch nicht so stark sein, dass der Stein dunkel wirkt und wenig Licht reflektiert.

Reinheit

Im Allgemeinen gilt: Je klarer der Stein, desto höher sein Wert. Einschlüsse sind jedoch selbst bei hochwertigen Saphiren üblich. Natürlich klare Saphire sind selten und daher besonders kostbar. Eine Ausnahme bildet der Sternsaphir: Hier kann das Vorhandensein eines sechs- oder zwölfstrahligen Sterns den Wert erheblich steigern, insbesondere wenn das Muster einen starken Kontrast zur Farbe aufweist.

Schliff

Die schönsten Saphire werden so geschliffen, dass sie die tiefste Farbschattierung des Steins hervorheben. Denn Saphire weisen häufig Farbzonen auf, bei denen verschiedene Bereiche des Steins unterschiedlich intensiv gefärbt sind. Für Sternsaphire ist der Cabochonschliff mit einer relativ hohen Kuppel ideal, um das Sternmuster optimal zur Geltung zu bringen.

Karat

Saphire in Handelsqualität wiegen meist weniger als 5,0 Karat, doch größere Steine dieser Qualität sind keineswegs selten. Die Preise für Saphire in Handelsqualität steigen pro Karat nicht drastisch an. Hochwertige Saphire hingegen sind selten, weshalb ihr Preis mit zunehmendem Karat deutlich steigt.

Pflege von Saphirschmuck

Die Pflege Ihres Saphirschmucks ist recht unkompliziert. Dank ihrer Härte müssen Sie sich beim Tragen kaum Sorgen um Kratzer oder Brüche machen. Seien Sie lediglich bei Saphiren mit mehr Einschlüssen etwas vorsichtiger, da solche Steine weniger stabil sind. Bewahren Sie sie getrennt von weicheren Edelsteinen auf, damit diese nicht verkratzt werden. Saphire lassen sich mit Ultraschallreinigungsgeräten oder mit mildem Seifenwasser und warmem Wasser säubern. 

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