Die Geschichte des Peridots ist von Höhen und Tiefen geprägt: Er wurde häufig mit Topas und Smaragd verwechselt, wodurch sein Wert einerseits gemindert, andererseits durch diese Fehletikettierung auch unbeabsichtigt gesteigert wurde. 

Dieser olivgrüne Edelstein zählt zu den ältesten bekannten und geschätzten Schmucksteinen; die alten Ägypter nannten ihn „Juwel der Sonne“.

Was einen Peridot ausmacht

Peridot-Kristallgruppe
Peridot-Kristallgruppe
(Quelle: LLORÉNS MINERALS

 

Peridot ist die Edelsteinvariante des Minerals Olivin. Olivin ist ein häufig vorkommendes Mineral, das sich meist im oberen Erdmantel findet und durch Lavaströme oder Erdbeben an die Oberfläche gelangen kann. Die Entstehungsgeschichte des Peridots macht ihn ebenso besonders wie den Diamanten, denn beide Edelsteine werden nicht – wie fast alle anderen – in der Erdkruste gebildet. 

Peridot wurde auch in Pallasit-Meteoriten gefunden – Überreste von Himmelskörpern aus der Zeit des Urknalls – und ist somit so alt wie das Universum selbst. Allerdings sind Peridots aus solchen Quellen zu selten und zu klein, um in Schmuck verarbeitet zu werden.

10 Karat oval geschliffener Arizona-Peridot

10 Karat oval geschliffener Arizona-Peridot
(Quelle: Etsy)

 

Olivin enthält erhebliche Mengen an Magnesium und Eisen. Das Eisen verleiht Olivin und Peridot-Edelsteinen ihre charakteristische gelbgrüne Farbe. Je höher der Eisengehalt, desto intensiver das Grün des Steins. Diese Eigenschaft macht den Peridot zu einem der wenigen Edelsteine, die ausschließlich in einer Farbe vorkommen. Dennoch zeigt Peridot eine Vielfalt an Grüntönen – von gelblich über bräunlich bis hin zu reinem Grün – abhängig vom jeweiligen Eisenanteil. 

Peridot lässt sich an der Doppelbrechung und den verschwommenen Effekten erkennen, die beim Durchgang von Licht entstehen. Seine trüben Einschlüsse können bei starker Vergrößerung wie Seerosenblätter oder Lotusblätter erscheinen. Mit einer Mohshärte von 6,5 bis 7 ist er so widerstandsfähig wie Quarz, bleibt jedoch anfällig für Kratzer, Absplitterungen und Spannungsrisse. 

Ein weiterer Name für Peridot ist „Abendsmaragd“, da er selbst bei Nacht und im künstlichen Licht leuchtet. 

Wo Peridot abgebaut wird

Die wichtigste Quelle für Peridot heute ist die San Carlos Apache Indianerreservation in Arizona, USA. Weitere bedeutende Abbaugebiete in den Vereinigten Staaten befinden sich in New Mexico und Hawaii. Die dort gefundenen Peridotkristalle ergeben meist kleine Edelsteine. 

Peridot von der San Carlos Indianerreservation
Peridot von der San Carlos Indianerreservation
(Quelle: Boren & King)

 

Zabargad, Ägypten, war der wichtigste Peridot-Abbauort der Antike. Die Insel liegt im Roten Meer und ist auch als St. John’s Island bekannt. Da die Gegend oft von Nebel verhüllt ist, war sie für Reisende früher schwer auffindbar. Tatsächlich galt die Insel bis 1905 als verschollen. Von Zabargad stammten kräftig mittelgrüne Peridote, doch heute sind die Vorkommen erschöpft. 

Für die größten Peridote, die mehrere hundert Karat wiegen, ist Myanmar besonders bekannt. Solch wertvolle Edelsteine werden in der Nähe der Stadt Mogok und am Kyaukpon-Berg gefunden. Peridote aus dieser Region sind dunkelgrün, ölig und transparent.

40,4-karätiger Mogok-Peridot-Edelstein
40,4-karätiger Mogok-Peridot-Edelstein
(Quelle: Heritage Auctions)

 

In Ameklovdalen, Sondmore in Norwegen, enthalten Peridote deutlich weniger Eisen, was zu limonengrünen Edelsteinen führt. Sie werden selten in Größen über fünf Karat geschliffen. 

Weitere Fundorte von Peridot sind Australien, Brasilien, China, Vietnam, Kenia, Pakistan, Sri Lanka, Äthiopien, Tansania und die Antarktis. 

Die Geschichte und Bedeutung des Peridots

Die früheste bekannte Verwendung von Peridot reicht bis in das alte Ägypten um 1500 v. Chr. auf der Insel Zabargad zurück. Auf dieser von Nebel umhüllten und von Schlangen bewohnten Insel im Roten Meer standen die Bergleute im Dienst der ägyptischen Pharaonen, um diese prachtvollen grünen Edelsteine zu fördern. 

Zabargad
Zabargad, Ägypten
(Quelle: Wikimedia Commons)

 

Die antiken Griechen nannten diese Insel Topazios, was zur Bezeichnung der Steine als Topase führte. Ein weiterer Name, den die Griechen für diese Edelsteine verwendeten, war Chrysolith oder „goldener Stein“ – eine Anspielung auf ihren strahlend gelblichen Farbton. 

Beide Namensherleitungen erwiesen sich als falsch, denn mit dem Fortschritt der Gemmologie wurden Topas und Chrysolith als eigenständige Mineralien erkannt. 

Experten sind uneins über die Etymologie von „Peridot“. Einige führen den Namen auf das arabische Wort „faridat“ zurück, das „Edelstein“ bedeutet. Andere vermuten einen Ursprung im französisch beeinflussten mittelenglischen Wort „peritot“, das „Gold“ heißt.

Die Verwirrung darüber, was genau als Peridot galt, hat einige Historiker zu der Annahme veranlasst, dass Kleopatras berühmte Smaragdsammlung in Wirklichkeit eine Sammlung von Peridoten war. Die 200-karätigen grünen Edelsteine am Schrein der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom in Deutschland galten einst als Smaragde, wurden jedoch als Peridote identifiziert. 

Köln – Dreikönigenschrein
Der Dreikönigenschrein im Kölner Dom
(Quelle: Wikimedia Commons)

 

Topazios – heute als Zabargad bekannt – wurde über 3.500 Jahre lang wegen seines Peridots abgebaut. 1958 wurde die Förderung dieses Edelsteins auf der Insel eingestellt. 

In jener Zeit wurde Peridot im gesamten Nahen Osten gefunden. Während der Kreuzzüge im Mittelalter brachten Europäer Peridote mit nach Hause und verwendeten sie als Zierde für heilige Gewänder.

Dem Peridot wurden von der Antike bis ins Mittelalter mystische Kräfte zugeschrieben. Die Edelsteine galten als Talismane gegen Angst und nächtliche Schrecken. Um ihre volle Kraft zu entfalten, wurden Peridote in Gold gefasst. Man schrieb ihnen zudem die Fähigkeit zu, Beziehungen zu stärken, Zauber zu bannen, Asthma zu lindern, Fieberdurst zu stillen, das Sehvermögen zu verbessern, Neid zu vertreiben und Glück zu bringen.

Allgemeine Hinweise zum Kauf und zur Pflege von Peridot

Bei der Qualitätsbestimmung eines Peridots gelten die vier C: Farbe, Reinheit, Schliff und Karat.

1. Farbe

Auch wenn die Farbwahl letztlich dem persönlichen Geschmack überlassen bleibt, gibt es eine Faustregel für den geschätzten Wert eines Peridots: Je reiner und satter das Grün des Steins, desto wertvoller ist er. Konkret gilt: Die kostbaren, dunkel olivgrünen Peridote enthalten in der Regel weniger als 15 % Eisen. 

2. Reinheit

Achten Sie auf augenreine Peridote, also Steine, die keine mit bloßem Auge sichtbaren Einschlüsse aufweisen. Sichtbare dunkle Flecken und ein matter Gesamteindruck mindern den Wert eines Peridots. Prüfen Sie vor dem Kauf auch auf Risse oder Absplitterungen, da Peridote relativ empfindlich sind.

3. Schliff

Peridot kann auf vielfältige Weise geschliffen werden und behält dabei stets seine Schönheit, ohne an Wert einzubüßen – ein Vorteil gegenüber den beliebtesten Edelsteinen, da er erschwinglich bleibt. Vermeiden Sie jedoch schlecht geschliffene, native Peridote und Steine mit Mängeln wie Fensterbildung, bei der das Licht einfach durch das Zentrum hindurchscheint.

4. Karat

Sie können einen großen Peridot mit über 10 Karat zu einem angemessenen Preis erwerben und erhalten dennoch einen Stein von feiner Qualität. Auf dem Markt finden sich sogar Exemplare mit mehr als 50 Karat. Diese sind zwar kostspieliger, doch Peridote bleiben erschwinglicher als die selteneren Edelsteine. 

Behandeln Sie Ihre Peridote mit Sorgfalt, da sie weich und anfällig für Kratzer sind. Zur Reinigung verwenden Sie eine weiche Bürste, die Sie in eine Mischung aus mildem Seifenwasser und warmem Wasser tauchen. Trocknen Sie den Stein mit einem weichen Tuch und bewahren Sie ihn in einer mit Baumwolle ausgelegten Schatulle auf. Vermeiden Sie den Kontakt von Peridot-Schmuck mit aggressiven Chemikalien, Kosmetikprodukten, scharfen Gegenständen und großer Hitze.

Sind Sie vom Peridot verzaubert? Werfen Sie hier einen genaueren Blick auf die aktuellen antiken Peridot-Schmuckstücke, die wir in unserer Kollektion führen!