Obwohl wir bei Lillicoco eine besondere Vorliebe für funkelnde antike Schmuckstücke haben, stehen antike Schmuckgeschenkboxen in einer ganz eigenen Klasse. Reich an Charme und Zauber, sind antike Schmuckkästchen wunderschöne Sammlerstücke, die viele Liebhaber antiker Kostbarkeiten schätzen und zur Aufbewahrung ihrer Juwelen nutzen.
Geschenkboxen besitzen ihre ganz eigene Welt voller Faszination und Geheimnisse: Von Musikdosen mit tanzenden Ballerinen bis hin zu üppig mit Samt ausgekleideten Schätzen – diese Schatztruhen sind ein Füllhorn der Freude. Auch die Populärkultur und geschicktes Marketing haben diese Begeisterung für Geschenkboxen weiter befeuert. So hüllt beispielsweise eine der berühmtesten Schmuckmarken der Welt, Tiffany and Co, ihre funkelnden Kreationen in die charakteristischen Tiffany Blue Schmuckkästchen – ein Symbol für Prestige, das Kästchen selbst ist ebenso elegant und begehrt wie der darin verborgene Schatz!
Im Laufe der Geschichte wurden antike Schmuckkästchen ebenso kunstvoll und detailreich gestaltet wie die darin verwahrten Schmuckstücke selbst. Ob herzförmiges Lederetui oder Schildpatt-Schachtel – wenn ein antikes Juwel noch mit seinem originalen Kästchen erhalten ist, zeugt dies von seiner Herkunft und möglicherweise auch vom Schöpfer – ein bedeutendes Zeichen höchster Handwerkskunst.

Mit dem behutsamen Herannahen der Weihnachtszeit gehört das kunstvolle Verpacken von Geschenken zum spannenden Aufbau von Vorfreude und festlicher Stimmung. Schmuckkästchen lassen sich nicht nur leicht verpacken, sondern steigern zudem das Geheimnisvolle und die Erhabenheit des Schenkens. Ein außergewöhnliches Geschenk darin zu verbergen, das Papier voller Erwartung zu öffnen und das Schmuckkästchen behutsam zu enthüllen, steigert die Spannung auf besondere Weise.
Nicht nur die Faszination und das Geheimnisvolle haben zur Beliebtheit von Schmuckkästchen beigetragen, sondern selbstverständlich auch ihre praktische Funktion. Ihr ursprünglicher Zweck ist die sichere Verwahrung dieser wertvollen Edelsteine – fern von den neugierigen Fingern findiger Diebe – und der Erhalt ihrer Qualität. Tatsächlich verdanken wir bei Lillicoco vielleicht gerade der Aufbewahrung in antiken Schmuckkästchen, dass wir heute eine so erlesene Auswahl herrlicher Stücke aus vergangenen Jahrhunderten präsentieren können.
Die kleine Geschichte des Schmuckkästchens
Schmuckkästchen werden bereits seit 5000 v. Chr. im Alten Ägypten verwendet – einer Epoche, die berühmt ist für ihre prachtvollen Goldarbeiten, besetzt mit leuchtenden Türkisen, Lapislazuli und Onyx. Von dieser Zeit bis hin zur Victorian Epoche galt Schmuck als Statussymbol, weshalb kunstvoll gefertigte Schmuckkästchen geschaffen wurden, um diese Preziosen aufzubewahren.

Georgian Schmuckkästchen, 1780–90, Meistermarke „FJ“, getriebenes und emailliertes Gold – Quelle Victoria and Albert Museum.
Schmuckkästchen aus Holz wurden aus verschiedensten Hölzern gefertigt, wobei massiver Eiche und Mahagoni am häufigsten verwendet wurden. Diese widerstandsfähigen und zugleich edlen Materialien waren beliebt, um die kostbaren Edelsteine sicher zu verwahren und dem Kästchen zugleich eine weitere dekorative Komponente zu verleihen. Viele hölzerne Schmuckschatullen wurden mit Ahorn oder hellen Hölzern furniert, sodass sie bemalt, mit Chinoiserien, Drucken oder anderen Verzierungen geschmückt werden konnten.
Während der Georgian und Victorian Epoche wurden prachtvolle antike Schmuckkästchen aus diesen erlesenen Materialien von Hand gefertigt und mit folgenden Techniken veredelt:
- Tunbridge Ware
- Papiermaché
- Schildpatt
- Boulle
- Elfenbein
- Perlmutt
- Stroharbeit
- Bemalt, Federzeichnung, Chinoiserie
- Einlagen aus Satin, Seide und Samt

Rechteckige Schmuckkassette aus Elfenbein, 1880, Quelle Victoria and Albert Museum
Die Industrialisierung führte dazu, dass Schmuck für breite Bevölkerungsschichten zugänglich wurde, wodurch auch die Schmuckkästchen kleiner und schlichter ausfielen. Doch mit dem wachsenden Schmuckbesitz stieg auch der Bedarf an Schmuckkästchen, was in der Entstehung von Dosen und Schmuckkassetten gipfelte. Trotz der zunehmenden Massenproduktion bewahrten Schmuckkästchen stets jene luxuriöse Ausstrahlung, die wir heute mit ihnen verbinden. Mit Seide, Satin und edlem Samt ausgekleidet, wurden sie entweder schlicht für wenige Schmuckstücke oder für die anspruchsvolle Dame mit separaten Fächern für Ringe, Ketten, Armbänder und weitere Accessoires gestaltet.
Trotz dieser kleineren und schlichteren Kreationen erlebten auch originelle Schmuckkästchen einen Aufschwung, da die Victorians ihre Häuser mit faszinierenden und spannenden Objekten füllen wollten, anstatt sich nur auf rein praktische Gegenstände zu beschränken.
Während der Edwardian Epoche kamen Metallschmuckkästchen in Mode, reich verziert mit ornamentalen Blumen und filigranen Mustern – so leuchtend und detailreich wie der Schmuck, den sie beherbergten.

Frühes Schmuckkästchen des 19. Jahrhunderts, hergestellt in der Schweiz, Quelle The Victoria and Albert Museum
Darüber hinaus prägten während der Victorian und Edwardian Epoche der Handel und Import aus Ländern wie Indien und China maßgeblich die gestalterische Ästhetik. Dies spiegelte sich in künstlerischen Strömungen im Schmuck, in der Kunst und in anderen persönlichen Kreationen wider, darunter die etruskische Wiederbelebung und die Ästhetikbewegung.
Die Schmuckherstellung ging während des Ersten und Zweiten Weltkriegs sowie in der Zeit der Weltwirtschaftskrise deutlich zurück. Nach diesen einschneidenden Ereignissen jedoch brachten viele Soldaten Schweizer Musikschmuckkästchen mit nach Hause, was die Hersteller inspirierte und neue Trends hervorbrachte.
Heutzutage entstehen Schmuckkästchen dank fortschrittlicher Technologien und neuer Trends in einer Vielzahl von Stilrichtungen. Viele werden inzwischen aus Materialien wie Leder oder PVC, Kunstharz und günstigeren Werkstoffen gefertigt, um sie in großen Stückzahlen herzustellen und einer breiten Käuferschaft zugänglich zu machen. Dennoch haben sich die antiken Schmuckkästchen aus Samt und Satin bis heute bewahrt.
Antike Schmuckkästchen sind zweifellos ebenso begehrt wie der Schmuck selbst und verzaubern Sammler wie Schmuckliebhaber gleichermaßen.